Animiert von der schrillen und schrägen Musik, den fantasievollen Kostümen und eigenwillig deformierten Instrumenten, hat sich im Jahre 1989 eine kleine Gruppe Hobbymusiker in Donzdorf zusammengetan, mit dem Ziel, die Fasnet in der Lautertalmetropole mit einer eigenen Guggenmusik-Kapelle zu ergänzen.
Die Idee zur Gründung der Donzdorf'r Noda-Biag'r ist - wie könnte es auch anders sein - in der Narrenmetropole Donzdorf auf fruchtbaren Boden gefallen, und just war die erste Guggenmusik-Kapelle im Kreis Göppingen geboren.
Im Jahre 1994 hat sich die Gruppe dazu entschlossen einen ordentlichen Verein zu gründen. Nach entsprechenden Vorbereitungen konnte dann die Eintragung ins Vereinsregister am 22. Mai 1995 erfolgen.
Der Name Donzdorf'r Noda-Biag'r - auf hochdeutsch Notenverbieger - ist bezeichnend für diesen etwas originären und gewöhnungsbedürftigen Musikstil. Die Musik selbst ist schrill, fetzig, schräg, ein bißchen falsch, aber laut und zackig. Meistens geht auch vieles falsch herum, oder auch etwas daneben, konsequenterweise natürlich auch die Töne und der Takt der Musik, welche die guggenmusikalischen "Notenverbieger" Ihren Instrumenten entlocken.
Gerade diese Gugga-Originalität ist bei den Noda-Biag'r sehr stark ausgeprägt. Neben ein paar ausgebildeten Musikern, tonangebend als Melodieträger, sind der Rest, das heißt immerhin zwei Drittel der Gruppe reine Hobbymusiker, also im wahrsten Sinne des Wortes sogenannte Notenlegastheniker. Trotz dieser besonderen Eigenschaft kann man die Musiktitel aber immer erkennen.
Mit der Intention dieser guggaspezifischen Philosophie, welche von Anfang an in der Kapelle ausschlaggebend war, bieten gerade die Noda-Biag'r reinen Hobbymusikern die Möglichkeit, fröhlich von Herzen falsch zu musizieren.
Bemerkenswert und prägnant bei den Noda-Biag'r ist das jeweils selbst entworfene Kostüm, üblicherweise als Häs bezeichnet, welches im Zweijahresrhytmus immer in eigener Regie entworfen und in sehr aufwendiger Eigenarbeit hergestellt und erneuert wird. Mit Beginn der Fasnet-Kampagne 2008 befinden sich die Schrägtonphilharmoniker bereits im 7. Häs.
Seit der Gründung standen die Kostüme unter folgenden Mottos:
Markant untermauert, sind die Gesichter pittoresk geschminkt und so auf die phantasievoll und originell gestalteten Kostüme jedes einzelnen Guggers abgestimmt.
Ein weiteres Merkmal der Noda-Biag'r sind die teilweise selbstgebauten Fantasieinstrumente, welche im Einsatz und selbstverständlich bespielbar sind. Mit diesen Instrumenten konnten in den vergangenen Jahren immer wieder Preise bei internationalen Veranstaltungen errungen werden.
Aufgrund dieser charakteristischen Eigenschaft und natürlich dem musikalischen Repertoire, welches ständig aktualisiert und erweitert wird, gelten die Noda-Biag'r als Highlight bei vielen Veranstaltungen in Nah und Fern. Dies wird u. a. dokumentiert durch Engagements wie z. B. in Mainz beim Rosenmontagsumzug, Umzügen in Winterthur (Schweiz), Stuttgart und vor allem Donzdorf, bei den jährlich stattfindenden nationalen und internationalen Guggenfestivals in Schwäbisch Gmünd, sowie den verschiedensten regionalen und überregionalen Veranstaltungen und Prunksitzungen.
Als besonderes Highlight waren die Donzdorf'r Noda-Biag'r im Herbst 2006 auf Einladung des chinesischen Kulturministeriums auf einer 14tägigen Konzertreise in China.
All diese Attribute, sowie der originäre Noda-Biag'r-Sound waren seither immer ein Garant für die großen Erfolge dieser derzeit aus 35 Gugga bestehenden Kapelle. Parallel hierzu ist eines der Primärziele die Jugendarbeit. Ist es doch in den vergangenen Jahren gelungen, gerade Jugendliche für die Guggenmusik zu begeistern und in die Kapelle zu integrieren.
Interessenten oder Hobbymusiker sind herzlich eingeladen, einmal an einem Probeabend unverbindlich teilzunehmen und reinzuschnuppern.
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